Normalerweise, wenn ich in eine Buchhandlung oder eine größere Kette gehe und dort z.B. ein Buch des Monats sehe, gehe ich davon aus, dass dieses Buch auch von vielen anderen Leuten gekauft wurde. Wie ich heute aber auf Fefe’s Blog lesen musste, ist dem nicht so.
Für das “Thalia-Buch des Monats” darf der Verlag, der dieses Buch verkaufen möchte erst mal 50.000€ abdrücken. Zitat aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung:
Der Preis für ein “Thalia-Buch des Monats” liegt bei 50 000 Euro.
Und dabei ist dann noch ein spannder Punkt aufgefallen:
15 000 Euro kostet ein Titel im Weihnachtsprospekt 2009.
Dafür haben die Verlage die Gewähr, dass diese Titel erstklassig sichtbar präsentiert werden. Alle anderen, ausgenommen solche, die schon Bestseller sind, verschwinden dagegen im Regal, wo sie kaum wahrgenommen werden. Und daher bezeichnet Herr Frisch jene Summen, die offiziell Werbekostenzuschüsse heißen, schlicht als Eintrittsgelder. Man muss sie zahlen, wenn man da, wo rasant verkauft wird, vertreten sein will.
Die Folgen davon sind dann auch eindeutig:
Die Bestseller nämlich werden durch das Vorgehen der Ketten immer bestselleriger, der große Rest fällt immer schneller aus den Regalen in die Vergessenheit. Heute verkauft die Frau Jelinek, und sie und ihr Haus bürgen für Qualität, von jeder fünften ihrer Roman-Novitäten weniger als 1000 Exemplare. Vor zehn Jahren waren solche Flops noch zu vernachlässigen. Was das alles fürs Leben & Sterben der eigentlichen Produzenten, der Schriftsteller, bedeutet, liegt auf der Hand.
Damit ist für mich klar, das ich demnächst öfter die kleine Buchhandlung um die Ecke besuchen werde.