VirtualStore unter Windows Vista und Windows 7

Mehrmals bin ich bereits über den VirtualStore bei Windows Vista gestolpert. Seit Windows Vista versucht Microsoft strickter zwischen Benutzerdateien und Anwendungsdateien zu trennen.

Nehmen wir mal als Beispiel eine Anwendung mit dem Namen App. Diese Anwendung wird ganz normal nach c:\Program Files\App installiert.

Beim ersten Start von App unter dem normalen Bentzeraccount poppt ein Konfigurationswizard auf, der diverse Einstellungen den Benutzerwünschen entsprechend anpasst und diese Einstellungen dann in der folgenden Datei speichern will c:\Program Files\App\settings.ini

Hier greift dann der VirtualStore, der, wie der Name schon vermuten lässt, Teil des Virtualisierungskonzept unter Windows Vista und Windows 7 ist. Sobald eine Anwendung versucht in c:Program Files zu schreiben, ohne genügend Berechtigungen zu haben, wird dieser Zugriff in den Virtualstore des jeweiligen Benutzers umgeleitet. Dieser befindet sich unter C:\Users\USERNAME\AppData\Local\VirtualStore. Hier können dann verschiede Ordner wie z.B.  Program Files oder Windows sein, denn diese Technik greift nicht nur beim Program Files Ordner.

Im Zusammenhang mit dem VirtualStore gibt es einige Punkte zu beachten:

  1. Es findet keine Verlinkung statt. D.h. die Datei, die vom Programm im Ordner c:\Program Files\App\settings.ini angelegt wird, befindet sich im VirtualStore Ordner des jeweiligen Benutzers.
  2. Wenn man nach der Datei settings.ini  suchen würde, würde man sie, obwohl sie im VirtualStore Ordner liegt nicht finden, da dieser Ordner nicht indiziert wird.
  3. Der Administrator ist “nicht betroffen”. D.h. wenn der Administrator den oben genannten Config Wizard ausführen würde, würde die Datei auch im eigentlichen Ordner liegen.
  4. Eine von Hand modifzierte Datei in c:Program Files wird von dern entsprechenden Anwendung nicht gelesen werden, da Windows weiterhin alle Schreib- und Lesezugriffe in den Virtualstore umlenken würde.
  5. Der VirtualStore ist, wie man dem Pfad oben entnehmen kann, benutzerbezogen. Ein neuer Benutzer wird demnach nie die vorgenommen Einstellungen erhalten.

Diese Richtlinie kann natürlich deaktiviert werden:

Windows Vista:

Local Security Policy -> Security Settings -> Local Policies -> Security Options -> User Account Control: Virtualize file and registry write failures to per-user locations

Windows 7:

Lokale Sicherheitsrichtlinien -> Sicherheitseinstellungen (Überordner) -> Lokale Richtlinien -> Sicherheitsoptionen -> Benutzerkontensteuerung: Datei- und Registrierungsschreibfehler an Einzelbenutzerstandorte virtualisieren.

Ein einfaches deaktivieren der User Account Controll reicht hier nicht aus.

Befindet man sich mit dem Windows Explorer in einem Programm Ordner, so zeigt Microsoft, sobald Dateien im VirtualStore liegen einen zusätzlichen Button in der Leiste an. Über den Button Komatibilitätsdatein landet man dann im VirtualStore Ordner.

20091104 - 136

25 thoughts on “VirtualStore unter Windows Vista und Windows 7”

  1. danke für die Beschreibung!
    Bin wegen dem Langenscheidt Vokabeltrainer drübergeflogen, den meine Kinder mit separaten User-Account nutzen…
    Hab den VirtualStore disabled, musste dann noch die Zugriffsrechte (am C-drive) für die Unterordner “Vokabeln” und “Benutzer” auf rw setzen.

  2. Danke endlich ein Lösung!
    Damit ist auch ein Problem von Spielen wie Cod 1-X gelöst die aus mangel an Rechten umgeleitet wurden.
    Häufig kam es deshalb zu abstürzen der Spiele.

  3. Pingback: Anonymous
  4. Ich finde kein Sicherheitsrichtlinien,hallo wo soll das überhaupt sein? k.a. die Anleitung zeigt Ordner auf,die ich gar nicht besitze:
    Richtlinien auf WIn7 habe ich das nicht sorry.

  5. Ahh hab gerade wo gelesen Win7 Home hat das ja nicht ok wie bekommt man das sonst weg,hab das ständig nach Skyrim spielen oder nach Second Life zoggen.
    Kann man das irgendwie richten,sodass es weg bleibt?
    Danke Leute 🙂

  6. Danke, das war der Tipp überhaupt und die Erklärung für so viel Unerklärliches bisher. Wie viele Profile haben wir bei den Usern schon gelöscht, weil es ansonsten keine Erklärung bzw. Hilfe gab. Übrigens, dieser Artikel ist auch für “NormalUser” toll verständlich geschrieben! Maria

  7. Ach so: Den Computer nach Änderung neu starten.
    Dann sollten alle Daten, die im VirtualStore-Ordner gelandet sind, zurück in die Original-Ordner (C:Programme (x86)) kopiert werden (erstmal nur kopieren und nachschauen, ob auch alles geklappt hat).
    Noch ein Tipp: Alle Programme, die nicht x64-kompatibel sind und dies verursacht haben, immer mit Administrator-Rechten starten (Maus auf Programmsymbol/Icon, rechte Maustaste ‘als Administrator starten’. Oder gleich die Eigenschaften anklicken und das Häkchen für Administrator-Rechte setzen!

  8. Das ist wieder einmal ein Versuch von MS irgendwas zu verbessern und damit zig-Entwickler und Admins mit einem unausgegorenen Mist das IT-Leben schwer zu machen.

    Man kann ja sowas machen, aber bitte doch nicht ohne den User darauf aufmerksam zu machen.

    Aber das ist typisch MS.

    Wie schon damals bei Einführung von Vista MS sich damit brüstete, dass Vista zig-Hunderte neue Arbeistplätze in der IT-Branche schaffen würde.

    Das hab ich schon damals nicht verstanden, wieso ein System, dass ja noch einfacher in Bedienung etc sein soll, neue Arbeitsplätze schafft.

    Heute weiß ich warum…………

  9. Danke für deine Erklärung, den Reiter Kompatibilitätsdateiten ist mir vorher nicht aufgefallen. Ohne dem sind manche Dateien nicht zu finden

  10. Ich habe Windows 7 64 Bit und da gibt es DAS NICHT
    Lokale Sicherheitsrichtlinien -> Sicherheitseinstellungen (Überordner) -> Lokale Richtlinien -> Sicherheitsoptionen -> Benutzerkontensteuerung: Datei- und Registrierungsschreibfehler an Einzelbenutzerstandorte virtualisieren.
    Diese Angaben die du da machst sind in meinem WINDOWS 7 NIRGENDWO und unter der normalen Benutzerkonten kannst du ADMINS AUS ADMIN AN ENDE.
    Sorry aber ,eine Suche findet “Lokale Sicherheitsrichtlinien” NICHT EINMAL.

    1. Je nach Windows Version kann das passieren. Dann müssen diese Einstellungen vermutlich direkt in der Registry gemacht werden.

      Ich denke mal, dass es sich bei deinem WIndows um eine Home Version handelt. Da kann es gut sein, dass dieses mmc Snap-In nicht verfügbar / nicht aktiv ist.

      Ansonsten hat Max schon beschrieben wo man das findet.

  11. Öhm,ich habe Windows 7 64 Bit Home Edition ja,aber ich habe selbst die versteckten ordner geööfnet,da war nix drinnen von alle dem und bei Benutzerkonten haste nur das man das Adminisratorische total abstellen kann.

  12. Andere Frage ist es normal ,ich habe Nichts laufen, Pc erst gestartet und dennoch laufen 42 Prozesse,wieso so viele?

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